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Konjunkturbericht der Metropolregion Hamburg 3/2020

Leichte Aufwärtstendenz erkennbar

Die anhaltende Coronavirus-Pandemie hinterlässt deutliche Spuren in der Wirtschaft. Der zunächst kräftig verlaufende V-förmige Erholungsprozess des Geschäftsklimas verlangsamt sich spürbar. Im Herbst 2020 schätzen die befragten Unternehmen in der Metropolregion Hamburg die aktuelle Lage, Geschäftserwartungen, Personal- und Investitionspläne sowie die Exportaussichten erneut per Saldo negativ ein.

Die reguläre Konjunkturumfrage zum Ende des III. Quartals lief in diesem Jahr zwischen dem 7. September und 8. Oktober 2020, vor Inkrafttreten neuer unternehmensrelevanter Allgemeinverfügungen und Verordnungen zur Eindämmung des Coronavirus.

Der Geschäftsklimaindikator der Metropolregion Hamburg (Mittelwert aus Beurteilungen der gegenwärtigen und künftigen Geschäftslage) liegt bei 87,9 Punkten und ist gegenüber dem I. Quartal um 40,9 Punkte gestiegen (II. Quartal: 75,7; Vorjahresquartal: 99,0 Punkte). Dieser Anstieg ist auf bessere Bewertungen der befragten Unternehmen zu ihrer aktuellen und künftigen Geschäftslage zurückzuführen. Alleinig im Verarbeitenden Gewerbe ist derzeit das Geschäftsklima mit 88,2 Punkten auf einem höheren Niveau als im Vorjahresquartal (Vorquartal: 72,7; Vorjahresquartal: 86,6 Punkte). Bei den übrigen betrachteten Branchen sind deutliche Rückgänge erkennbar, insbesondere in der Baubranche (88,9 Punkte; Vorquartal: 86,8; Vorjahresquartal: 116,9 Punkte).

Annährend die Hälfte (47,2 %) der Befragten stuft die aktuelle Geschäftslage als „befriedigend“ ein. Während für 22,8 % der Unternehmen die eigene Lage „gut“ ist, bewerten 30,0 % diese als „schlecht“. Der sich hieraus ergebene Saldowert von -7,2 ist zwar immer noch negativ, aber deutlich über dem Wert des Vorquartals (-22,2).

Die Mehrheit der befragten Unternehmen in der Metropolregion Hamburg (50,8 %) rechnet in den kommenden zwölf Monaten mit einer gleich bleibenden Geschäftslage. 16,2 % gehen von einer „eher günstigeren“ Geschäftslage aus; 33 % hingegen von einer „eher ungünstigeren“. Somit überwiegen die pessimistischen Stimmen merklich geringer als bei der Befragung im I. Quartal (Saldo: -16,8; Vorquartal: -26,4; I. Quartal: -69,6; Vorjahresquartal: -16,0). Die Überhänge ungünstiger Erwartungen sind regional gesehen in Niedersachsen (Saldo: -22,1) sowie in Schleswig-Holstein (Saldo:-17,2) und sektoral im Baugewerbe (Saldo: -38,7) am ausgeprägtesten.

Die Personalplanungen der Befragten bleiben weiterhin restriktiv. Während 9,0 % eine höhere Beschäftigtenzahl vorsehen, rechnen 26,0 % mit einem geringeren Personalbestand. Rund 2 von 3 Unternehmen (64,9 %) planen ihren Personalbestand im Inland in etwa beizubehalten (Saldo: -17,0; Vorquartal: -23,8; Vorjahresquartal: -2,0).

Die inländischen Investitionspläne der befragten Unternehmen haben sich auf einem niedrigeren Niveau zuletzt leicht verbessert (Saldo: -16,4; Vorquartal: -32,0; Vorjahresquartal: 4,5). 17,1 % planen zusätzliche Investitionen in den kommenden zwölf Monaten, knapp die Hälfte wollen zumindest unverändert investieren und 33,5 % möchten sparen.

Die Exportaussichten der exportierenden Unternehmen in der Metropolregion Hamburg bleiben insgesamt weiterhin pessimistisch, aber deutlich weniger als im I. Quartal. 40,9 % der Befragten erwarten für die kommenden zwölf Monate ein gleich bleibendes, ein Fünftel (21,0 %) ein zunehmendes sowie 38,1 % ein abnehmendes Exportgeschäft (Saldo: -17,1; Vorquartal: -29,9; Vorjahresquartal: -12,3). Sowohl im Verarbeitenden Gewerbe (Saldo: -17,5; Vorquartal: -30,2; Vorjahresquartal: -19,4) wie auch bei den exportierenden Dienstleistern (Saldo: -17,7; Vorquartal: -40,0; Vorjahresquartal: 8,7) dominieren die pessimistischen Exporterwartungen.


Die Salden werden ermittelt aus den nach Unternehmensgrößen gewichteten positiven und negativen Antworten den befragten Unternehmen. Neutrale Aussagen bleiben dabei unberücksichtigt.
Antworten (Anteile in Prozent)

Handwerk im Fokus

Geschäftslage im Handwerk der Metropolregion Hamburg

Nach dem Corona-bedingten Einbruch im Frühjahr hat sich das Konjunkturklima im Handwerk der Metropolregion Hamburg im dritten Quartal 2020 wieder aufgehellt. Mit 54 Prozent (Vorjahr: 64 Prozent) bewerten im September mehr als die Hälfte der von den Handwerkskammern befragten 1.052 Betriebe ihre aktuelle Geschäftslage als gut. 35 (30) Prozent zeigen sich zufrieden mit der wirtschaftlichen Lage. Elf (sechs) Prozent berichten von einer schlechten Geschäftslage. Die Zu-kunftserwartungen im Handwerk sind stabil. 67 Prozent erwarten, dass sich die Geschäftslage in den kommenden Monaten nicht verändern wird. Wäh-rend 17 Prozent mit einer besseren Geschäftslage rechnen, gehen 16 Prozent von einer Verschlechterung aus. In der Vorjahrsumfrage lag der Saldo aus positiven und negativen Erwartungen allerdings noch bei plus sechs Punkten. Da sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch die Zukunftserwartungen et-was schlechter bewertet werden als vor einem Jahr, sinkt der Geschäftsklimaindex im Handwerk von 129 auf aktuell 120 Punkte.

Weitere Konjunkturindikatoren im Überblick

Die befragten Handwerksbetriebe mussten im dritten Quartal 2020 Rückgänge beim Auftragsbestand und Umsatzeinbußen gegenüber dem Vorquartal hinnehmen. Dennoch blieb die Beschäftigung stabil oder konnte sogar leicht zulegen. Unter anderem sorgten die Corona-bedingten Mehrkosten durch gestiegene Hygieneanforderungen dafür, dass die Verkaufspreise im Handwerk anzogen. Die Investitionen gingen nur leicht zurück, für die kommenden Monate erwarten die Betriebe jedoch eine stärkere Einschränkung ihrer Investitionstätigkeit. Die künftige Auftragslage, die weitere Umsatzentwicklung und Beschäftigung werden als stabil eingeschätzt.

Geschäftsklimaindex nach Handwerksgruppen

Der höchste Geschäftsklimaindex ergibt sich im Herbst 2020 mit 132 Punkten (+ 5 Punkte im Vorjahresvergleich) in den Nahrungsmittelhandwerken. Trotz eines Rückgangs um 7 Punkte verzeichnen die Gesundheitshandwerke mit einem Klimaindex von 131 den zweithöchsten Wert im Gruppenvergleich. Überdurchschnittlich wird die wirtschaftliche Entwicklung weiterhin in den Ausbauhandwerken (126 Punkte) und im Bauhauptgewerbe (122 Punkte) bewertet, wenngleich das hohe Niveau des Vorjahres damit nicht mehr erreicht wird. Im Kfz-Handwerk liegt der Geschäftsklimaindex bei 110 Punkten (+ 3 Punkte). Die Personenbezogenen Dienstleistungshandwerke, darunter zum Beispiel Friseure, Kosmetiker oder Fotografen, spüren weiterhin deutlich die Auswirkungen der Corona-Krise, sodass der Geschäftsklimaindex um 17 Punkte auf 109 Punkte zurückgeht. Eine Verschlechterung des Geschäftsklimas um 13 Punkte auf 108 Punkte verzeichnen auch die Handwerke für den gewerblichen Bedarf, die oftmals als Zulieferer für die Industrie tätig sind.

Handwerk in den Teilregionen

Im schleswig-holsteinischen Gebietsteil wird mit 125 Punkten der höchste Geschäftsklimaindex im Handwerk erreicht. Im niedersächsischen Raum liegt der Klimaindex bei 119 und in der Hansestadt Hamburg bei 117 Punkten. Im mecklen-burgvorpommerschen Gebietsteil wird ein Klimaindex von 116 Punkten gemessen.

Methodische Hinweise :
www.metropolregion.hamburg.de/konjunkturbarometer

Zur Befragung

Die Handelskammer Hamburg, IHK Flensburg, IHK zu Kiel, IHK zu Lübeck, IHK Lüneburg-Wolfsburg, IHK zu Schwerin sowie IHK Stade für den Elbe-Weser-Raum führen regelmäßig zum Quartalsende Konjunkturbefragungen bei ihren Mitgliedsunternehmen durch (bei der IHK zu Schwerin nicht im zweiten Quartal eines Jahres). Konjunkturauswertungen einzelner Industrie- und Handelskammern sind unter anderem erhältlich unter: www.dihk.de/konjunktur

Methodische Hinweise

Methodische Hinweise zu den Konjunkturbefragungen der Handwerkskammern sind online abrufbar unter: www.metropolregion.hamburg.de/konjunkturbarometer

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