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Konjunkturbericht der Metropolregion Hamburg I/2020

Konjunktureller Absturz

Die Unternehmen in der Metropolregion Hamburg bekommen die Auswirkungen der Coronavirus­ Pandemie mit voller Wucht zu spüren – das Geschäftsklima ist deutlich eingebrochen. Bei den befragten Unternehmen haben sich deren Beurteilungen zur aktuellen und künftigen Geschäftslage sowie deren Exportaussichten deutlich verschlechtert. Pessimistisch fallen auch die Prognosen für die Personal- und Investitionspläne aus.

Die reguläre Konjunkturumfrage zum Ende des I. Quartals lief in diesem Jahr zwischen dem 2. und 21. April 2020, nach Inkrafttreten unternehmensrelevanter Allgemeinverfügungen und Verordnungen zur Eindämmung des Coronavirus sowie nach dem Start staatlicher finanzieller Soforthilfen in den vier Bundesländern.

Mit derzeit nur noch 47,0 (Test-)Punkten weist der Geschäftsklimaindikator der Metropolregion Hamburg (Mittelwert aus Beurteilungen der gegenwärtigen und künftigen Geschäftslage) einen deutlich niedrigeren Wert als bei vorherigen Konjunkturbefragungen aus. Dieser Wert liegt um 61,4 Punkte unter dem vom Vorquartal und hat sich damit mehr als halbiert (Vorquartal: 108,4; Vorjahresquartal: 113,3). Mit 38,6 Punkten ist das Geschäftsklima im hamburgischen Teil der Metropolregion Hamburg besonders niedrig. Zu den Wirtschaftszweigen, in denen das aktuelle Geschäftsklima derzeit außergewöhnlich schlecht ist, zählen der Großhandel (47,2 Punkte), der Einzelhandel (31,4 Punkte) sowie insbesondere das Verkehrsgewerbe (25,9 Punkte). Bei den übrigen betrachteten Branchen sind ebenfalls deutliche Rückgänge erkennbar.

Die aktuelle Geschäftslage stufen 41,7% der Befragten als „befriedigend“ ein. Während für 15,5 % der Unternehmen die eigene Lage „gut“ ist, bewerten 42,8% diese als „schlecht“. Daraus ergibt sich ein deutlich negativer Saldowert von -27,3 (Vorquartal: +24,8; Vorjahresquartal: +26,8).

In der Metropolregion Hamburg brechen die Erwartungen zur Geschäftslage in den kommenden zwölf Monaten dramatisch ein. Nur 6,0% der Umfrageteilnehmer gehen von „eher günstigeren“ Geschäftsentwicklungen aus; 75,6% hingegen von einer „eher ungünstigeren“ (Saldo: -69,6; Vorquartal: -5,8; Vorjahresquartal: +1,2). Circa jedes fünfte Unternehmen (18,4%) geht von einer gleichbleibenden Geschäftslage aus. Zudem ragen das Verkehrsgewerbe (Saldo: -82,9), der Einzelhandel (Saldo: -79,3) und der Großhandel (Saldo: -69,1) hervor, in denen die pessimistischen Geschäftserwartungen am deutlichsten sind.

Nur noch 5,5% rechnen für 2020 mit einem wachsenden Personalbestand im Inland, 38,1% gehen von einer Senkung aus. Die übrigen Umfrageteilnehmer (56,4%) streben eine gleichbleibende Beschäftigtenzahl in ihrem Unternehmen an (Saldo: -32,6; Vorquartal: +2,4; Vorjahresquartal: +11,2).

Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen (57,5%) planen, ihre Ausgaben für inländische Investitionen in den kommenden zwölf Monaten zu reduzieren und nur 8,1% beabsichtigen, diese zu erhöhen (Saldo: -49,4; Vorquartal: +11,4; Vorjahresquartal: +12,7).

Auch bei den Exportaussichten sind massive Verschlechterungen zu beobachten. 65,7% der Befragten erwarten in den kommenden zwölf Monaten einen ab- und nur 7,0% einen zunehmenden Umfang ihres Exportgeschäfts (Saldo: -58,7; Vorquartal: +3,1; Vorjahresquartal: +5,6). Dabei sind die Einschätzungen in der Dienstleistungsbranche (Saldo: -69,6) noch ungünstiger als im Verarbeitenden Gewerbe (Saldo: -57,7).

Handwerk im Fokus

Geschäftslage im Handwerk der Metropolregion Hamburg

Die Ausbreitung des Coronavirus hat seit spätestens Mitte März 2020 zu massiven Einbrüchen der Wirtschaftstätigkeit in der Metropolregion Hamburg geführt. Auch die Handwerksbetriebe sind stark davon betroffen. An einer gemeinsamen Befragung des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks mit den Handwerkskammern beteiligten sich vom 22. bis 24. April 2020 insgesamt 425 Handwerksbetriebe aus den Kammerbezirken Braunschweig-Lüneburg- Stade, Hamburg, Lübeck und Schwerin.

Zwei Drittel der Betriebe melden Umsatzrückgänge

64 Prozent der befragten Handwerksbetriebe waren zum Zeitpunkt der Umfrage von coronabedingten Umsatzrückgängen betroffen. In knapp jedem zweiten Unternehmen kam es zu Auftragsstornierungen. 31 Prozent sahen sich mit Problemen in den Lieferketten konfrontiert, etwa bei der Beschaffung von Material oder benötigten Vorprodukten. Ein Viertel der Betriebe berichtete von Ausfällen beim Personal durch Krankheit, Quarantäneanordnungen oder familiäre Betreuungserfordernisse.

Starke Betroffenheit durch Betriebsschließungen

16 Prozent der Handwerksunternehmen mussten ihren Betrieb ganz oder teilweise schließen. Besonders stark davon betroffen waren persönliche Dienstleister wie Friseure oder Kosmetiker und solche Betriebe, die ihren Umsatz überwiegend über das Ladengeschäft erzielen. Bäcker und Fleischer litten unter dem geschlossenen Cafe- oder lmbissbetrieb, weniger Laufkundschaft und dem weggebrochenen Catering­Geschäft. Gesundheitshandwerke wie Augenoptiker, Hörgeräteakustiker oder Zahntechniker spürten die Verunsicherung der Kunden und die gesunkene Zahl der Arztbesuche. Bei den Kfz-Handwerken brach der Handel weg und auch die Reparaturen gingen zurück, da weniger Autos auf den Straßen unterwegs sind.

Auf dem Bau wird weitergearbeitet

Umsatzrückgänge und Auftragsstornierungen verzeichnete auch das Bau- und Ausbauhandwerk. Diese fielen bislang jedoch vor allem im Bauhauptgewerbe in geringerem Maße aus als in den anderen Handwerksgruppen. Auf vielen Baustellen wird – wenn auch mit Einschränkungen – weitergearbeitet. Für den weiteren Verlauf der Handwerkskonjunktur in der Corona-Krise wird entscheidend sein, dass die öffentliche Auftragsvergabe in der Metropolregion Hamburg auf hohem Niveau stabilisiert wird und Unternehmen sowie private Haushalte die Zuversicht und Anreize erhalten, wieder verstärkt zu investieren.

 

Die hier dargestellten Ergebnisse gehen auf eine Sonderumfrage zurück.

Zur Befragung

Die Handelskammer Hamburg, IHK Flensburg, IHK zu Kiel, IHK zu Lübeck, IHK Lüneburg-Wolfsburg, IHK zu Schwerin sowie IHK Stade für den Elbe-Weser-Raum führen regelmäßig zum Quartalsende Konjunkturbefragungen bei ihren Mitgliedsunternehmen durch (bei der IHK zu Schwerin nicht im zweiten Quartal eines Jahres). Konjunkturauswertungen einzelner Industrie- und Handelskammern sind unter anderem erhältlich unter: www.dihk.de/konjunktur

Methodische Hinweise

Methodische Hinweise zu den Konjunkturbefragungen der Handwerkskammern sind online abrufbar unter: www.metropolregion.hamburg.de/konjunkturbarometer

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