Konjunkturbericht der Metropolregion Hamburg 1/2026
Trübe Geschäftsaussichten
Laut Befragung im Frühjahr 2026 ist die Stimmung in der Wirtschaft der Metropolregion Hamburg weiter trübe. Die antwortenden Unternehmen schätzen ihre aktuelle und besonders auch ihre zukünftige Geschäftslage per saldo negativ ein. Die Personal- und Investitionspläne bleiben gedämpft, die Exportaussichten werden ebenfalls weiterhin pessimistisch bewertet.
Auf die aktuelle Konjunkturbefragung der Industrie- und Handelskammern in der Metropolregion Hamburg (Hamburg sowie definierte Gebiete in Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein) haben 1.686 Unternehmen geantwortet. Der Geschäftsklimaindikator (Mittelwert aus Beurteilungen der gegenwärtigen und künftigen Geschäftslage) für die Metropolregion Hamburg weist zum Ende des I. Quartals 2026 83,8 Punkte (gemessen auf einer Skala von 0 bis 200 Punkten) auf — 2,2 Punkte weniger als bei der Befragung im III. Quartal 2025 (86,0). Aufgrund der negativeren Bewertungen sowohl der aktuellen (Saldo: -6,6; III. Quartal 2025: -8,1; Vorjahresquartal: -5,5) als auch besonders der zukünftigen (Saldo: -24,9; III. Quartal 2025: -19,6; Vorjahresquartal: -18,7) Geschäftslage liegt der Geschäftsklimaindikator gleichzeitig 3,8 Punkte unter dem Wert des Vorjahresquartals (87,6).
In Mecklenburg-Vorpommern (87,8 Punkte) und Hamburg (85,4 Punkte) liegt der Geschäftsklimaindikator nun höher als in Niedersachsen (81,3 Punkte) und Schleswig-Holstein (80,9 Punkte). Was die größten Risiken bei der wirtschaftlichen Entwicklung des eigenen Unternehmens anbelangt, ergibt sich folgende Reihenfolge aus der Anzahl der Benennungen (Mehrfachnennungen möglich): Wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen (benannt von 67,3 % der antwortenden Unternehmen aus der Metropolregion Hamburg; III. Quartal 2025: 65,9%), Energie- und Rohstoffpreise (62,1 %;III. Quartal 2025: 41,9 %), Inlandsnachfrage (56,6 %; III. Quartal 2025: 55,7 %), Arbeitskosten (48,1 %; III. Quartal 2025: 54,1%), Fachkräftemangel (37,1 %; III. Quartal 2025: 48,1 %), Auslandsnachfrage (23,5 %; III. Quartal 2025: 25,3 %), Finanzierungsschwierigkeiten (12,5 %; III. Quartal 2025: 11,9 %) sowie Wechselkursrisiken (4,5 %; III. Quartal 2025: 5,9 %). Im Vergleich zum III. Quartal 2025 fällt vor allem der Bedeutungszuwachs der Energie– und Rohstoffpreise auf, die aktuell deutlich stärker als ein Risiko wahrgenommen werden. Dagegen verlieren Arbeitskosten und insbesondere der Fachkräftemangel spürbar an Relevanz, während die übrigen Risiken insgesamt nur leichte Verschiebungen zeigen.
Für etwas mehr als die Hälfte (53,0 %) der Befragten ist die eigene aktuelle Geschäftslage „befriedigend“. 20,2 % der Unternehmen bewerten die Lage mit „gut“, 26,8 % hingegen mit „schlecht“. Daraus ergibt sich ein Saldo von –6,6 (III. Quartal 2025: -8,1; Vorjahresquartal: -5,5). Die Einschätzungen zur Geschäftslage in den kommenden zwölf Monaten fallen weiterhin pessimistischer aus. Über die Hälfte der Befragten (54,5 %) erwartet eine gleich bleibende Geschäftslage. Nur 10,3 % gehen im Frühjahr von „eher günstigeren“ Geschäftsentwicklungen aus. Etwa jedes dritte Unternehmen (35,2 %) stellt sich auf einen „eher ungünstigeren“ Geschäftsverlauf ein. Der Saldo von –24,9 spiegelt pessimistischere Geschäftserwartungen als im Herbst 2025 (III. Quartal 2025: -19,6) wider und liegt auch deutlich unter dem Saldo des Vorjahresquartals (-18,7).
Vor dem Hintergrund der eher trüben Geschäftserwartungen fallen die Personal- und Investitionsplanungen in der Wirtschaft der Metropolregion Hamburg zum Ende des ersten Quartals 2026 weiterhin per saldo negativ aus. Zwar rechnen etwa zwei Drittel der Unternehmen (67,9 %) mit einer weitgehend gleichbleibenden Beschäftigtenzahl. Von einer Reduzierung ihrer Beschäftigtenzahl in den kommenden zwölf Monaten gehen jedoch 21,7 % aus, während 10,4 % der Unternehmen eine Aufstockung planen. Daraus ergibt sich auch hier ein negativer Saldo von 11,3. (III. Quartal 2025: -12,2; Vorjahresquartal: -7,7). In etwa gleich bleibende Investitionen im Inland in den kommenden zwölf Monaten sehen knapp fünf von zehn (46,1 %) der Unternehmen vor. 21,2 % planen höhere, 32,7 % geringere Investitionsausgaben (Saldo: -11,5; III. Quartal 2025: -4,7; Vorjahresquartal: -3,8).
Zum Ende des ersten Quartals 2026 rechnet mehr als die Hälfte der teilnehmenden exportierenden Unternehmen (59,1 %) mit einem in etwa gleich bleibenden Exportvolumen in den kommen den zwölf Monaten. 14,3 % sehen ein höheres, 26,6 % ein geringeres Exportvolumen, so dass sich erneut ein negativer Saldo (diesmal -12,3) ergibt (III. Quartal 2025: -8,4; Vorjahresquartal: 2,6). Aktuell deutlich pessimistisch schätzen die außenwirtschaftlich aktiven Dienstleister ihre Exportaussichten ein (Saldo: -21,9; III. Quartal 2025: -2,6; Vorjahresquartal: +1,9). Das Verarbeitende Gewerbe erwartet eine etwas weniger negative Entwicklung bei den Exporten als die Gesamtheit der exportierenden Unternehmen (Saldo: -9,4; III. Quartal 2025: -7,1; Vorjahresquartal: -5,0).
Handwerk im Fokus
Geschäftslage im Handwerk
Entwicklung in der Metropolregion Hamburg
Die Konjunkturentwicklung im Handwerk der Metropolregion Hamburg hat sich im Frühjahr 2026 verschlechtert. Insbesondere der langanhaltende Winter und die negativen Auswirkungen des Krieges im Nahen Osten führten dazu, dass die befragten Handwerksbetriebe ihre aktuelle Geschäftslage weniger gut beurteilten als im ersten Quartal des Vorjahres. Der Geschäftsklimaindex im Handwerk sinkt von 116 auf 110 Punkte.
36 % der von den Handwerkskammern befragten 1.204 Betriebe bewerten ihre aktuelle Geschäfts lage als gut, in der Vorjahresumfrage waren es noch 43 %. Zugleich erhöhte sich der Anteil der Betriebe mit zufriedenstellender Geschäftslage von 39 auf jetzt 43 %. 21 % bewerten ihre Ge schäftslage als schlecht – drei % mehr als im Vorjahresquartal. Mit Blick auf die wärmeren Monate erwarten 25 % der befragen Handwerks betriebe eine Verbesserung der Geschäftslage, 19 % gehen von einer Verschlechterung aus.
Geschäftsklimaindex nach Handwerksgruppen
Im Bauhauptgewerbe der Metropolregion Hamburg hat insbesondere der kalte Winter die Stimmung im ersten Quartal 2026 gedämpft. Der Geschäftsklimaindex sinkt um sieben Punkte auf 112 Punkte. Im Ausbauhandwerk bleibt die Entwicklung weitgehend stabil, das Stimmungsbarometer steigt um einen Punkt auf 117 Punkte. Eine deutliche Eintrübung gibt es in den Handwerken für den gewerblichen Bedarf und im Kraftfahrzeughandwerk, wo der Geschäftsklimaindex aktuell nur noch 98 bzw. 101 Punkte erreicht. Noch stärker negativ betroffen ist das Nahrungsmittelhandwerk. Nach einem starken Einbruch um 25 Punkte erreicht der Geschäftsklimaindex nur noch einen niedrigen Wert von 79 Punkten. Trotz Rückgangs um elf Punkte bleibt der Geschäftsklimaindex im Gesundheitshandwerk mit 114 Punkten über dem Durchschnittswert des Gesamthandwerks. Bei den Personenbezogenen Dienstleistungsgewerken (zum Beispiel Friseure, Uhrmacher oder Fotografen) sinkt das Stimmungsbarometer um fünf auf 111 Punkte.
Weitere Konjunkturindikatoren im Überblick
Ein erheblicher Anteil der befragten Handwerksbetriebe war von Umsatzeinbußen im ersten Quartal betroffen. 46 % meldeten rückläufige Umsatzzahlen, lediglich 13 % konnten den Umsatz steigern. Der Auftragsbestand ging ebenfalls zurück. Dennoch konnten 80 % ihre Beschäftigung halten oder zum Teil erhöhen. Für die kommenden Monate erwarten die Betriebe bei den genannten Konjunkturindikatoren leichte Aufwärtsbewegungen. Allerdings ist zu befürchten, dass sich der negative Trend bei den Investitionen weiter fortsetzt. Hohe Kostenbelastungen, Unsicherheiten über die weitere wirtschaftliche und geopolitische Entwicklung sowie den wirtschaftspolitischen Kurs schwächen die Investitionsbereitschaft im Handwerk.
Methodische Hinweise :
www.metropolregion.hamburg.de/konjunkturbarometer
Zur Befragung
Die Handelskammer Hamburg, IHK Flensburg, IHK zu Kiel, IHK zu Lübeck, IHK Lüneburg-Wolfsburg, IHK zu Schwerin sowie IHK Elbe-Weser führen regelmäßig zum Quartalsende Konjunkturbefragungen bei ihren Mitgliedsunternehmen durch (bei der IHK zu Schwerin nicht im zweiten Quartal eines Jahres). Konjunkturauswertungen einzelner Industrie- und Handelskammern sind unter anderem erhältlich unter: www.dihk.de/konjunktur
Methodische Hinweise
Methodische Hinweise zu den Konjunkturbefragungen der Handwerkskammern sind online abrufbar unter: www.metropolregion.hamburg.de/konjunkturbarometer

Konjunkturberichte der Metropolregion

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