Konjunkturbericht der Metropolregion Hamburg 3/2025
Stimmung weiter getrübt
Im Herbst 2025 bleibt die Stimmung in der Wirtschaft der Metropolregion Hamburg eingetrübt. Die antwortenden Unternehmen schätzen ihre aktuelle und zukünftige Geschäftslage per saldo negativ ein. Die Personal- und Investitionsplanungen fallen ebenfalls negativ aus und auch die Exportaussichten werden pessimistisch bewertet.
Auf die aktuelle Konjunkturbefragung der Industrie- und Handelskammern in der Metropolregion Hamburg (Hamburg sowie definierte Gebiete in Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein) haben 1.531 Unternehmen geantwortet. Der Geschäftsklimaindikator (Mittelwert aus Beurteilungen der gegenwärtigen und künftigen Geschäftslage) für die Metropolregion Hamburg liegt bei 86,0 Punkten (gemessen auf einer Skala von 0 bis 200 Punkten) und ist gegenüber dem I. Quartal (87,6) um 1,6 Punkte gefallen, liegt aber aufgrund der etwas weniger deutlich negativen Zukunftserwartungen genau beim Wert des Vorjahresquartals (86,0).
Das Geschäftsklima des Handels bleibt mit 69,5 Punkten weiterhin deutlich schlechter als im Durchschnitt der Wirtschaft in der Metropolregion Hamburg (I. Quartal: 76,0; Vorjahresquartal: 67,8). Dies resultiert aus der deutlich pessimistischen Einschätzung sowohl der aktuellen Geschäftslage (Saldo: -29,5) als auch der Geschäftslage der kommenden zwölf Monate (Saldo: -31,5). 51,7 % erwarten eine „gleich bleibende“ Geschäftslage und 8,4 % rechnen mit einer „eher günstigeren“ Entwicklung, während rund vier von zehn Handelsunternehmen (39,9 %) von einem „eher ungünstigeren“ Geschäftsverlauf ausgehen.
In Mecklenburg-Vorpommern (91,5 Punkte) liegt der Geschäftsklimaindikator aktuell etwas höher als in Niedersachsen (88,7 Punkte), Schleswig-Holstein (86,1 Punkte) und Hamburg (84,4 Punkte). Allein in Mecklenburg-Vorpommern verzeichnet das Geschäftsklima einen leichten Aufwärtstrend um 3,2 Punkte (I. Quartal: 88,3 Punkte).
Was die größten Risiken bei der wirtschaftlichen Entwicklung des eigenen Unternehmens anbelangt, ergibt sich folgende Reihenfolge aus der Anzahl der Benennungen (Mehrfachnennungen möglich): Wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen (benannt von 65,9 % der antwortenden Unternehmen aus der Metropolregion Hamburg; I. Quartal: 65,6 %), Inlandsnachfrage (55,7 %; I. Quartal: 54,8 %), Arbeitskosten (54,1 %; I. Quartal: 53,3 %), Fachkräftemangel (48,1 %; I. Quartal: 49,3 %), Energie- und Rohstoffpreise (41,9 %; I. Quartal: 38,8 %), Auslandsnachfrage (25,3 %; I. Quartal: 20,7 %), Finanzierungsschwierigkeiten (11,9 %; I. Quartal: 11,5 %) sowie Wechselkursrisiken (5,9 %; I. Quartal: 5,3 %).
Für gut die Hälfte (52,9 %) der Befragten ist die eigene aktuelle Geschäftslage „befriedigend“. 19,5 % der Unternehmen bewerten die Lage mit „gut“, 27,6 % hingegen mit „schlecht“. Daraus ergibt sich ein Saldo von –8,1 (I. Quartal: -5,5; Vorjahresquartal: -6,2). Mehr als die Hälfte der Befragten (59,7 %) erwartet eine in etwa gleich bleibende Geschäftslage in den kommenden zwölf Monaten. Nur 10,3 % gehen im Herbst 2025von „eher günstigeren“ Geschäftsentwicklungen aus. Fast jedes dritte Unternehmen (29,9 %) stellt sich auf einen „eher ungünstigeren“ Geschäftsverlauf ein. Der daraus resultierende Saldo von –19,6 spiegelt leicht pessimistischere Geschäftserwartungen als im Frühjahr (I. Quartal: -18,7) wider, liegt aber immerhin über dem Saldo des Vorjahresquartals (-21,1).
Vor dem Hintergrund insgesamt trüber Geschäftserwartungen fallen auch die Personal- und Investitionsplanungen in der Wirtschaft der Metropolregion Hamburg zum Ende des dritten Quartals 2025 weiterhin negativ aus. Zwar rechnen zwei Drittel der Unternehmen (66,8 %) mit einer in etwa gleichbleibenden Beschäftigtenzahl. Von einer Reduzierung ihrer Beschäftigtenzahl in den kommenden zwölf Monaten gehen jedoch 22,7 % aus, während 10,5 % der Unternehmen eine Aufstockung planen. Der aktuelle Saldo (-12,2) fällt nochmals schlechter aus als im I. Quartal (-7,7) und im Vorjahresquartal (-5,0).
Ebenfalls abnehmend zeigt sich die Ausgabenplanung für Investitionen im Inland in den kommenden zwölf Monaten. Rund die Hälfte der Unternehmen (49,1 %) plant etwa gleichbleibende Investitionsausgaben. Mit höheren Investitionen rechnen 23,1 % (I. Quartal: 24,5 %; Vorjahresquartal: 23,8 %), von geringeren Ausgaben gehen 27,8 % (I. Quartal: 28,3 %; Vorjahresquartal: 32,4 %) aus. Auch hier ergibt sich ein negativer Saldo von 4,7 (I. Quartal: -3,8; Vorjahresquartal: -8,6).
Im Herbst 2025 sind auch die Erwartungen zu den Exportaussichten eingetrübt. 57,0 % der teilnehmenden exportierenden Unternehmen rechnen mit „etwa gleich bleibenden“ Exporten in den kommenden zwölf Monaten. Während 17,3 % von höheren Exporten ausgehen, erwarten 25,7 % geringere Exporte (Saldo: -8,4; I. Quartal: -2,6; Vorjahresquartal: -7,0). Bei außenwirtschaftlich aktiven Dienstleistern sind die Exportaussichten (Saldo: -2,6; I. Quartal: +1,9; Vorjahresquartal: +6,6) auch negativ aber besser als im Verarbeitenden Gewerbe (Saldo: -7,1; I. Quartal: -5,0; Vorjahresquartal: -9,0).
Handwerk im Fokus
Geschäftslage im Handwerk in der Metropolregion Hamburg
Im Handwerk der Metropolregion Hamburg setzt sich der seit 2022 in den Herbstumfragen zu beobachtende leichte Erholungstrend fort. Während die aktuelle Geschäftslage im dritten Quartal 2025 gegenüber dem Vorjahresquartal relativ stabil bleibt, sind die Zukunftserwartungen weniger schlecht als in der vergleichbaren Herbstumfrage des Vorjahres. Der Geschäftsklimaindex im Handwerk steigt im Ergebnis von 106 auf aktuell 109 Punkte an.
45 % der von den Handwerkskammern befragten 1.165 Betriebe bewerten ihre aktuelle Geschäftslage als gut, zwei % weniger als im Vorjahr. Im gleichen Umfang ging auch der Anteil derjenigen zurück, die zu einer schlechten Einschätzung ihrer Geschäftslage kommen. Waren es im Vorjahr noch 16 % sind es aktuell noch 14 %. Während 15 % für die kältere Jahreszeit von einer besseren Entwicklung der Geschäftslage ausgehen, erwarten 24 % eine Verschlechterung. Der saisonal übliche Rückgang fällt damit geringer aus als vor einem Jahr: Der Saldo aus Positiv- und Negativbewertungen hat sich von minus 14 auf minus neun reduziert.
Geschäftsklimaindex nach Handwerksgruppen
Im für die Handwerkskonjunktur der Metropolregion Hamburg wichtigen Bauhauptgewerbe hat sich die Stimmung erneut verbessert. Der Geschäftsklimaindex steigt um sieben auf 103 Punkte, bleibt damit jedoch deutlich unter dem Durchschnittswert des Gesamthandwerks. Im Ausbauhandwerk werden hingegen 110 Punkte erreicht – ein Anstieg um vier Punkte. Eine spürbare Stimmungsaufhellung um neun auf 123 Punkte gibt es in den Personenbezogenen Dienstleistungsgewerken, darunter zum Beispiel Friseure, Uhrmacher oder Fotografen. Stabil, jedoch auch unter dem Durchschnitt, bleibt das Stimmungsbarometer mit 103 Punkten in den Handwerken für den gewerblichen Bedarf. Im Kfz-Handwerk ist lediglich eine leichte Eintrübung des Geschäftsklimas um minus ein Prozent auf 114 Punkte festzustellen. Bei den Betrieben des Nahrungsmittelhandwerks geht der Geschäftsklimaindex um drei Punkte auf 113 Punkte zurück und im Gesundheitshandwerk fällt der Rückgang mit minus 14 Punkten auf 107 Punkte am stärksten aus.
Weitere Konjunkturindikatoren im Überblick
Die befragten Handwerksbetriebe in der Metropolregion Hamburg meldeten im dritten Quartal 2025 unterm Strich Umsatzrückgänge und sinkende Auftragsbestände gegenüber dem Vorquartal. Die Beschäftigung im Handwerk ging nur leicht zurück. Für die kommenden Monate erwarten die Betriebe weiterhin eine rückläufige Entwicklung bei diesen Größen. Weiterhin zu gering bleibt das Vertrauen in wirkungsvolle wirtschaftspolitische Reformen und einen dauerhaften Konjunkturaufschwung, so dass die Investitionsbereitschaft deutlich zurückbleibt.
Methodische Hinweise :
www.metropolregion.hamburg.de/konjunkturbarometer
Zur Befragung
Die Handelskammer Hamburg, IHK Flensburg, IHK zu Kiel, IHK zu Lübeck, IHK Lüneburg-Wolfsburg, IHK zu Schwerin sowie IHK Elbe-Weser führen regelmäßig zum Quartalsende Konjunkturbefragungen bei ihren Mitgliedsunternehmen durch (bei der IHK zu Schwerin nicht im zweiten Quartal eines Jahres). Konjunkturauswertungen einzelner Industrie- und Handelskammern sind unter anderem erhältlich unter: www.dihk.de/konjunktur
Methodische Hinweise
Methodische Hinweise zu den Konjunkturbefragungen der Handwerkskammern sind online abrufbar unter: www.metropolregion.hamburg.de/konjunkturbarometer

Konjunkturberichte der Metropolregion

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