Ludwigluster Gespräche
Vier Länder bekennen sich zur Innovationsagentur
Im Rahmen der diesjährigen Ludwigsluster Gespräche am 18. Juni 2026 haben die Regierungsvertretungen der vier Trägerländer der Metropolregion Hamburg – Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern – in einem „Letter of Intent“ ihre Absicht erklärt, eine gemeinsame Innovationsagentur zu gründen. Dies wäre die erste Einrichtung, die Innovationen gezielt länderübergreifend unterstützt - ein Alleinstellungsmerkmal, das sie von bestehenden Strukturen abhebt.

Absichtserklärung ebnet Weg für neue länderübergreifende Agentur
Die Innovationsagentur soll als regionsübergreifende Dienstleisterin für Wirtschaft, Wissenschaft und weitere Akteure agieren und eng mit bestehenden Einrichtungen kooperieren, um deren Angebote um bisher fehlende grenzübergreifende Komponenten zu ergänzen. Konkret soll die Innovationsagentur neue Ideen vorantreiben, Innovationsprojekte starten und begleiten. Sie soll den Zugang zu Fachleuten und Technologien erleichtern, bei der Suche nach Partnerinnen und Partnern helfen und die Beantragung von Fördermitteln unterstützen. Dazu gehört auch die Organisation von Austauschformaten für regionsweiten Wissenstransfer. Einrichtungen wie Wirtschaftsförderungen, Kammern oder Gründerzentren, die Unternehmen und Wissenschaft in ihrer Region begleiten, sollen so unterstützt werden. Die Agentur wird helfen, gezielter zusammenzuarbeiten und Angebote zu verbessern. Sie ermöglicht mehr Transparenz, indem sie Informationen zentral bereitstellt. Ziel ist es, die Metropolregion Hamburg als innovativen, attraktiven und wettbewerbsfähigen Standort zu stärken und international sichtbarer zu machen. Dazu liegt in einer intensiveren länderübergreifenden Zusammenarbeit noch viel Potenzial. Besonders kleine und mittlere Unternehmen stehen oft vor Hürden, wenn es um die überregionale Beteiligung an Forschungs- und Entwicklungsprojekten oder die Nutzung von Fördergeldern geht. Die Innovationsagentur soll diese Lücken schließen: Sie bringt Akteure aus allen vier Bundesländern auf Augenhöhe zusammen, erleichtert den Zugang zu Fachwissen und Technologie und sorgt dafür, dass Fördermittel aus Berlin und Brüssel regionsübergreifend in die Region fließen.
Dazu äußerte sich Dr. Malte Heyne, Vorsitzender der Initiative pro Metropolregion Hamburg und Hauptgeschäftsführer der Handelskammer Hamburg, im frisch renovierten Goldenen Saal des Schlosses Ludwigslust: „Die OECD hat es 2019 klar analysiert: Die Metropolregion kann ihr gemeinsames wirtschaftliches Potenzial nur voll entfalten, wenn ihre Fragmentierung überwunden wird. Entscheidend dafür ist, dass die Zusammenarbeit in der Metropolregion in allen Landesregierungen als Chefsache behandelt wird. Die heute auf den Weg gebrachte Innovationsagentur bietet die Chance, Kompetenzen besser zu verzahnen und Innovation in gemeinsame Wertschöpfung und Zukunftsfähigkeit zu übersetzen.“
Hintergrund und Ausblick: Die Pläne gehen zurück auf einen Vorschlag der OECD. Diese hatte 2019 empfohlen, eine gemeinsame Innovationsagentur zur gründen, um die regionsweite Innovationsdynamik zu erhöhen. Die Idee dahinter ist, dass die Region zwar viele Stärken hat, aber oft nicht den gesamten Wirtschaftsraum im Blick hat, um gemeinsam an Innovationen zu arbeiten. Der nun den Ländern zur Befassung vorliegende Konzeptentwurf ist das Ergebnis einer intensiven, länderübergreifenden Zusammenarbeit. In ihr wurden zentrale Fragen zu Leistungsportfolio, Rechtsform, Struktur und Finanzierung geklärt. Die Gründung ist zum 1. Januar 2027 geplant.
Weiter Informationen sind veröffentlicht in der Pressemeldung der Metropolregion Hamburg.

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